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Du schützt Systeme… Wer schützt eigentlich dich?!
Unter diesem Motto trafen sich am 27.08.2026 22 Bedrohungsmodellierungsbegeisterte für einen Perspektivwechsel. Alice Hajjar, Gründerin von Eleva Coaching und Host des Podcasts “Stress ist normal” [Spotify Link], sprach mit uns über das Thema Stressbewältigung. Dabei setzten wir die unserem Beruf eigene Bedrohungsmodellierungs-Brille auf und unterzogen unser eigenes Wohlbefinden einer Sicherheitsanalyse.
Material
Folien:
Threat Model auf Deutsch / im Original:
Threat Model auf Englisch, übersetzt von Claude:
Impuls zur Stressregulation
Alice begann mit einem Impuls zum Thema Stress und dessen Regulation.
Sie erklärte die Hintergründe, dass Stress nichts Schlimmes sei, sondern unseren Körper mit besonderen Kräften ausstatte, mit denen wir Großartiges bewältigen können. Erst wenn das System in ständiger Alarmbereitschaft bleibe und keine Rückkehr in den Normalzustand mehr erfolge, beginne das Problem.
Sie zeigte auf, dass Stress, wenngleich oft äußere Faktoren scheinbar tonangebend sind, vor allem ein physiologisches Phänomen sei. So stellte sich ein Schmunzeln und ein Gefühl des Nicht-allein-seins ein, als Alice mit Bitte um Handzeichen abfragte, wer etwa folgende Anzeigen bei sich beobachtet hätte:
- Muskelspannung
- Reizbarkeit
- Zynismus
- Konzentrationsprobleme
- Vermeiden von sozialen Kontakten
- …
Es zeigte sich, dass Stress sich sehr wohl individuell äußert, jedoch auf körperlichen Gemeinsamkeiten beruht.
Zur Stressregulation bot Alice in ihrem vereinfachten Modell “Auslöser → Bewertung → Reaktion → Stress” an, an Bewertung und Reaktion anzusetzen, da die Auslöser oft außerhalb unserer Macht lägen.
So sei entscheidend, welche Geschichten wir uns in unserem Inneren erzählen und wie wir auf die Welt blickten. Wer Reaktionen bewusst setze, könne Stressspiralen durchbrechen.
Dazu vertiefte sie auch die “5 größten Hebel: Atmung, Bewegung, Schlaf, Gedanken, Soziale Verbindung.”
Eigene Erfahrungen
Wir fuhren fort mit einigen Erlebnisberichten. Am Anfang stand die Impulsfrage, was schwerer sei: Den Stress zu erkennen oder in den Normalzustand zurückzukehren.
Eine Person berichtete beispielsweise, dass der Stress weit weg sei, wenn sie selbst der Situation entkommen sei. Jedoch sei die Herausforderung, in der Situation selber angemessen zu reagieren.
Eine andere Person schilderte, wie sie geglaubt hatte, dass eine Sache scheitern würde, wenn sie nicht selbst alles in die Hand nähme. Und dass sie dann die Erfahrung machen durfte, dass alles doch wohl gelang, als sie einmal das Heft aus der Hand gab.
Wir threatmodeln unseren Stress!
Dann ging es ans gemeinsame Threat Modeling! Wie im Wort “Stressbewältigung” schon verborgen liegt, können wir an Bedrohungen und Maßnahmen denken. (
) Es fällt leicht, die Brücke ins Threat Modeling zu schlagen und bekannte Methoden auf unser eigenes Wohlbefinden anzuwenden.
Wir trafen uns mit vielen Redenden, noch mehr Hörenden und einer Hand voll Schreibenden in unserem #tmc-dach Slack Canvas.
Gemeinsam diskutierten wir einige für uns relevante Bedrohungen und mögliche Lösungen. Das Aufgeschriebene liest du oben bei den Materialien (oder hier https://tmcdach.de/Geschenke/Bedrohungsmodelle/Psycho-Threat-Model.pdf ).
Besonders viele Maßnahmen haben wir zu folgender Bedrohung gefunden:
Ich bin alleine für <die ganze Anwendungssicherheit> / <irgendwas> verantwortlich
Bin ich das wirklich? Die Hypothese von “außen” bestätigen lassen!
Mich ersetzbar machen!
(=> ggf. Wissenstransfer!)
Gehaltserhöhung fordern
“Ich darf um Hilfe fragen” positiv konnotieren
Realitätscheck
einfach mal abgeben / fallen lassen
Judith Holofernes - Charlotte Atlas
Eminem + Beyoncé - Walk on Water
eigenen Größenwahn vor Augen führen und relativieren
Wochenlang weg sein und merken, dass die Welt nicht untergegangen ist
Die wichtigste Botschaft
Die wichtigste Botschaft für uns:
Pass auf dich auf!
Und mach das doch ruhig einmal selber: Unterziehe dein eigenes Leben und deine Gesundheit einer Bedrohungsanalyse. Was möchtest du eigentlich schützen? Was kann schief gehen in deinem Leben? Was tust du deswegen? Machst du es wirklich? Und woran merkst du eigentlich, dass es jetzt besser ist?
Mentale Gesundheit: Nicht allein modellieren
Beim Thema mentale Gesundheit wollen wir dich einladen, dir Hilfe zu organisieren. Sei kein Hero Threat Modeler: Du musst nicht jede Belastung allein analysieren und bewältigen. Hole dir Varied Viewpoints – gerade dann, wenn die eigene Perspektive nicht mehr ausreicht.
Das kann bedeuten, Arbeitsbedingungen oder persönliche Stressoren zu verändern, mit vertrauten Menschen zu sprechen, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen oder dich zunächst an ein niedrigschwelliges Beratungs- oder Hilfsangebot zu wenden.
Wir wollen verstehen, was belastet, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen, passende Maßnahmen kombinieren - und nicht vergessen, sie auch zu verwirklichen.
Herzlichen Dank! 
Wir danken Alice Hajjar und allen Teilnehmenden für diesen ganz besonderen Abend!



