Quantitative Risk with Risquanter - TMC DACH

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Am 14.07.2026 trafen sich 15 Bedrohungsmodellierungsbegeisterte, um in die Welt des quantitativen Risikos einzutauchen: Daniel Agota und TMC DACH hatten zu einer Werkzeugschau seines Werkzeugs Risquanter eingeladen.

Material

Hier erhältst du die Folien:

Risquanter findest du quelloffen bei Github. Risquanter

Warum ĂĽberhaupt quantitatives Risiko?

Der Vortrag begann mit einer Motivation, warum ein Risikoansatz überhaupt vonnöten sei. Angesichts vieler gefundener Bedrohungen bedürfe es einer Orientierung und Priorisierung, da ein endliches Budget unmöglich gleichermaßen auf alle Bedrohungen verteilt werden könne.

Dann wurden Probleme mit qualitativen Risikoansätzen aufgezeigt, die beispielsweise Auftretenswahrscheinlichkeit und Schaden in Kategorien wie “gering” / “mittel” / “hoch” einteilen:

Solche Einteilungen seien oft willkürlich und verschiedene Menschen hätten - auch mit vorgegebenem Bewertungsmaßstab - höchst unterschiedliche Vorstellungen davon, was etwa eine “hohe Wahrscheinlichkeit” sei.

Außerdem verteile eine solche Einteilung die Bedrohungen in nur sehr wenige Behälter, von denen viele auch noch unbrauchbar seien: Eine “gering” / “mittel” / “hoch” Einteilung beider Dimensionen etwa zerlegt in 9 Behälter. Die wirklich relevanten Bedrohungen liegen entweder in Szenarien mit hoher Auswirkung bei geringer Eintrittswahrscheinlichkeit – oder in solchen, die einzeln nur begrenzte Auswirkung haben, aber in ihrer Summe ein erhebliches Risiko erzeugen. Für eine Entscheidungsfindung, wie all dies zu adressieren sei, sei das quasi unbrauchbar!

Das mündete schließlich in Anforderungen an einen Risikoansatz: Man müsse Folgendes können:

  • vergleichen,
  • zusammenfĂĽhren (aggregieren),
  • sortieren (ranken),
  • Szenarien durchspielen
  • und analysieren, welche Komponenten den größten Einfluss auf das Gesamtrisiko haben.

Grundlagen des quantitativen Risikos

Daniel zeigte auf, wie quantitative Ansätze diese Anforderungen erfüllen.

Ein Risiko wird mit Monte-Carlo-Methoden simuliert: In mehreren Versuchen tritt mit gewisser Wahrscheinlichkeit ein Schaden ein oder eben nicht. Die Höhe des Schadens, der dann finanziell ausgedrückt wird, wird aus einer mathematischen Verteilung gezogen.

So ergeben sich Verteilungskurven, wie wahrscheinlich ein gewisser finanzieller Schaden eintritt.

Diese Überlegungen mündeten im Konzept der Loss Exceedance Curve (LEC), die auf Deutsch etwa Verlustüberschreitungskurve heißen könnte. Die LEC trägt auf der x-Achse einen Geldbetrag auf und auf der y-Achse die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Verlust diesen Geldbetrag überschreitet.

Es gibt Methoden, eine solche Verteilung mit nur wenigen Parametern und Expertenschätzungen zu beschreiben, ohne dass dafür tiefgehende mathematische Kenntnisse notwendig wären.

Daniel legte dar, wie dieser Ansatz die gewünschten Anforderungen erfülle, da Risiken nun verglichen, zusammengeführt und sortiert werden können. Ebenso könnten unterschiedliche Szenarien diskutiert werden.

Er adressierte auch Bedenken: Die Expertenschätzungen müssten nicht exakt sein: Man könne im Fall von Unstimmigkeiten auch verschiedene Meinungen als Szenarien durchspielen und dann sehen, wie sich das auf Entscheidungsgrundlagen auswirke. Oft ändere sich eine Handlungsempfehlung nicht, auch wenn Einschätzungen auseinandergingen.

Risquanter

Risquanter ist eine quantitative Entscheidungsplattform für Risikomanagement. Sie verbindet Monte‑Carlo‑Simulationen mit einer leicht bedienbaren Oberfläche, in der Expert:innen hierarchische Risikomodelle als Baumstruktur abbilden. Risiken werden knapp parametrisiert als Loss Exceedance Curves beschrieben; Portfolio‑Knoten aggregieren per Simulation. Das System unterstützt Szenario‑Analysen, historische Vergleiche (Time‑Travel) und managementnahe Entscheidungsfragen. Ergänzend bietet Risquanter Analysefunktionen zur Zerlegung von Risiken in Wirkungskomponenten, zur Attribution einzelner Beiträge zum Gesamtrisiko sowie zu vergleichenden Risiko‑Rankings — kurz: es macht die wichtigsten Einflussfaktoren schnell und handlungsrelevant sichtbar.

Kernfunktionen

  • Aufbau und Visualisierung hierarchischer Risikomodelle
  • Aggregation per Monte‑Carlo und Darstellung als LECs
  • Szenario‑Analysen und historische Vergleiche (Time‑Travel)
  • Vage Abfrage‑Sprache zur Formulierung natĂĽrlicher Managementfragen, z. B. „Haben mindestens drei Viertel der Assets kritische Risiken?“
  • EntscheidungsunterstĂĽtzung: Sensitivitätsanalysen, Kosten‑Nutzen‑Bewertungen und vergleichende Risiko‑Rankings

Diskussionspunkte

In der Diskussion wurde das Thema Unabhängigkeit verschiedener Ereignisse angesprochen und Möglichkeiten erörtert, zukünftig Abhängigkeiten zwischen Ereignissen zu modellieren.
Zudem wurden Marktbegleiter des quelloffenen Risquanter benannt (“calpana bzw. mitratech”) und eigene Erfahrungen geteilt.

Fazit

Wir bedanken uns fĂĽr den gelungenen Abend und den spannenden Einblick in ein fĂĽr viele Teilnehmende neues Thema!

:us: Ahead. :de: Previous post.

On July 14, 2026, 15 threat modeling enthusiasts gathered to delve into the world of quantitative risk: Daniel Agota and TMC DACH had invited attendees to a demonstration of his tool Risquanter.

Materials

You can download the slides here:

Risquanter is available as open source on GitHub. Risquanter

Why Quantitative Risk at All?

The presentation began by explaining why a risk-based approach is necessary in the first place. Given the large number of identified threats, guidance and prioritization are needed, since it is impossible to allocate a finite budget equally across all threats.

The presentation then highlighted problems with qualitative risk approaches, which, for example, classify probability of occurrence and damage into categories such as “low,” “medium,” and “high”:

Such classifications are often arbitrary, and even when using a predetermined evaluation standard, different people have vastly different ideas of what constitutes, for example, a “high probability.”

Furthermore, such a classification would categorize threats into only a very small number of categories, many of which would also be impractical: For example, a “low”/“medium”/“high” classification across both dimensions would result in only 9 categories. The truly relevant threats lie either in scenarios with high impact and low probability of occurrence—or in those that, individually, have only limited impact but collectively pose a significant risk. That’s practically useless for deciding how to address all of this!

This ultimately led to requirements for a risk management approach: It must be possible to do the following:

  • compare,
  • aggregate,
  • sort (rank),
  • run through scenarios,
  • and analyze which components have the greatest impact on overall risk.

Fundamentals of Quantitative Risk

Daniel demonstrated how quantitative approaches meet these requirements.

A risk is simulated using Monte Carlo methods: In a series of trials, a loss may or may not occur with a certain probability. The amount of the loss, which is then expressed in financial terms, is drawn from a mathematical distribution.

This results in distribution curves showing the probability that a certain financial loss will occur.

These considerations led to the concept of the Loss Exceedance Curve (LEC). The LEC plots a monetary amount on the x-axis and, on the y-axis, the probability that a loss will exceed that amount.

He also addressed concerns: Expert estimates do not have to be exact; in the event of discrepancies, one can also run through different opinions as scenarios and then see how that affects the basis for decision-making. Often, a recommended course of action does not change, even if estimates differ.

There are methods for describing such a distribution using only a few parameters and expert estimates, without requiring in-depth mathematical knowledge.

Daniel explained how this approach meets the desired requirements, since risks can now be compared, aggregated, and sorted. Different scenarios can also be discussed.

Risquanter

Risquanter is a quantitative decision-making platform for risk management. It combines Monte Carlo simulations with an easy-to-use interface in which experts map hierarchical risk models as tree structures. Risks are described concisely using loss exceedance curves; portfolio nodes are aggregated via simulation. The system supports scenario analyses, historical comparisons (time travel), and management-oriented decision-making questions. In addition, Risquanter offers analytical functions for breaking down risks into their impact components, attributing individual contributions to the overall risk, and generating comparative risk rankings—in short, it quickly highlights the most important influencing factors in a way that is relevant for taking action.

Core Features

  • Construction and visualization of hierarchical risk models
  • Aggregation using Monte Carlo and presentation as LECs
  • Scenario analyses and historical comparisons (time travel)
  • Fuzzy query language for formulating natural management questions, e.g., “Do at least three-quarters of the assets have critical risks?”
  • Decision support: sensitivity analyses, cost-benefit assessments, and comparative risk rankings

Discussion Points

During the discussion, the topic of the independence of various events was raised, and ways to model dependencies between events in the future were explored.
In addition, competitors to the open-source Risquanter were mentioned (“calpana and mitratech”), and participants shared their own experiences.

Conclusion

We would like to thank everyone for a wonderful evening and the fascinating insight into a topic that was new to many of the participants!

(Translated with deepl.com)